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Letzte Ausfahrt für ELBD Karl Strablegg
04. Jun. 2024
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Bericht:
VOITSBERG, am 04.06.2024
Am Dienstag, dem 4. Juni 2024, fanden sich am frühen Nachmittag Feuerwehrmitglieder aller Funktionen und Generationen in Voitsberg ein, um dem Ende Mai verstorbenen Ehren-Landesfeuerwehrkommandant und Ehren-Vizepräsident des ÖBFV, Karl Strablegg, die letzte Ehre zu erweisen.

Die Trauergemeinde umfasste sowohl die steirische als auch die österreichische Feuerwehrspitze. An der Spitze aller Trauergäste standen Landesfeuerwehrkommandant Reinhard Leichtfried, Feuerwehrpräsident Robert Mayer und Bereichsfeuerwehrkommandant LBDS Christian Leitgeb, Abordnungen aus den Bezirken und des Bereichsfeuerwehrverbandes Voitsberg und seiner FF Voitsberg, welche unter dem Kommando von BR Ing. Klaus Gehr der Trauerfeier einen würdevollen Rahmen verliehen.
Eine imposante Feuerwehrlaufbahn des Verstorbenen, als Kommandant der Stadtfeuerwehr Voitsberg, als Bezirks- und schließlich als Landesfeuerwehrkommandant. Eine Funktion, die Strablegg 20 Jahre, von 1976 bis 1996, erfolgreich innehatte und somit der längst dienende Landesfeuerwehrkommandant der Steiermark war.

Als Karl Strablegg im Jahre 1976 mit 45 Jahren zum Landesfeuerwehrkommandanten der Steiermark gewählt wurde, war er für die meisten Feuerwehrmitglieder ein unbeschriebenes Blatt. Vor allem war er für dieses hohe Amt unfassbar jung, denn der Altersdurchschnitt der Führungskräfte lag damals weit über dem 60. Lebensjahr. Doch der junge Landesfeuerwehrkommandant war schon vor seiner Wahl gut vernetzt. Im Gemeinderat der Stadt Voitsberg hatte er Erfahrungen in der Kommunalpolitik gesammelt und seine Freundschaft mit der Familie Koren öffnete ihn viele Türen in der Landespolitik. Als Kommandant der Stadtfeuerwehr Voitsberg und als Bezirksfeuerwehrkommandant verfügte er selbstverständlich über die nötigen Fachkenntnisse.

In einer bewegenden Rede würdigte Landesfeuerwehrkommandant LBD Reinhard Leichtfried für alle Anwesenden die außergewöhnliche Lebensleistung des Verstorbenen. Karl Strablegg, der am 28. Mai im 95. Lebensjahr verstarb, hinterließ im steirischen Feuerwehrwesen einen bleibenden Eindruck durch seine umsichtige Führung, seine visionären Ideen und im Besonderen durch seine zukunftsorientierten Maßnahmen. Diese legten die Grundlagen dafür, auf denen das Feuerwehrwesen noch heute steht und es ermöglicht, den Dienst zum Wohle der Gemeinschaft mit höchster Professionalität und entsprechender Schlagkraft auszuführen.

So initiierte Strablegg ein neues Landesfeuerwehrgesetz, das die Altersgrenze für den Aktivdienst mit 65 Jahren festsetzte und die Kommandantenprüfung für Offiziersdienstgrade zwingend vorschrieb. Die Einführung der elektronischen Datenverarbeitung in der Verwaltung wurde Zug um Zug modernisiert. Ihr folgte der Aufbau des Atemschutzes und der Stützpunktfeuerwehren, der totale Ausbau der Funksirenensteuerung mit der Einrichtung der Bezirksalarmzentralen, das Tanklöschfahrzeug-, Drehleiter- und Rüstfahrzeugprogramm, die landesweite Förderung der persönlichen Schutzausrüstung und die Einführung der Feuerwehr-Kollektiv-Unfallversicherung und die Pionierarbeit im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Unter seiner Amtsführung errichtete man 1980 ein Pressereferat und gestaltete das „Mitteilungsblatt des steirischen Landesfeuerwehrverbandes“ in eine anerkannte Fachzeitschrift um. Das unter ihm verlegte ‚Große Steirische Feuerwehrbuch‘ gilt noch heute als Standardwerk für die Feuerwehrhistoriker und auch die Gründung des Feuerwehrmuseums Groß St. Florian ging auf seine gemeinsame Initiative mit Landtagspräsident a.D. Reinhold Purr zurück.

Mit dem Umzug des Landesverbandes von Graz nach Lebring hat der Verstorbene den Grundstein für die heutige Selbstverwaltung gelegt. Die Führungsqualitäten Karl Strableggs wurden auch im Bundesfeuerwehrverband erkannt, wo er zwei Perioden lang als Vizepräsident in zahlreichen nationalen und internationalen Arbeitskreisen die Anliegen der freiwilligen Feuerwehren vertrat.

Ebenso griff die Wirtschaftskammer Steiermark auf seine Erfahrungen zurück, war er doch viele Jahre erfolgreich als Landesinnungsmeister der Fleischer tätig. Sein hohes Engagement wurde vor allem durch die Akzeptanz seiner Familie ermöglicht.

Die würdevolle Verabschiedungsfeier wurde liturgisch von Pfarrer Mag. Winfried Lembacher, Landesfeuerwehrkurat Superior Pater Dr. Michael Staberl sowie Pfarrer a.D. Mag. Anton Reinprecht gestaltet und von der Bergkapelle Hödlgrube-Zangtal und der Werkskapelle Bauer musikalisch umrahmt.

Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie und seinen Angehörigen.

Ruhe in Frieden, lieber Karl

Fotos: LFV Steiermark
Text: LFV Steiermark, FF Voitsberg/Ninaus
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